Häufig gestellte Fragen

Wissenswertes

Was sind FAQ's?

Frequently Asked Questions, kurz FAQ's, englisch für häufig gestellte Fragen, sind eine Zusammenstellung von oft gestellten Fragen und den dazugehörigen Antworten zu einem Thema.

Wie teuer ist eine Bestattung?
Eine Bestattung setzt sich aus vielen verschiedenen Positionen zusammen und die Preise sind regional sehr unterschiedlich. Daher ist es sehr schwer einen Pauschalbetrag zu nennen, ohne vorher weitere Details zu besprechen. Zwischen einer Feuerbestattung mit einem anonymen Grab in Prien oder einer Erdbestattung mit großer Zeitungsannonce und dem Erwerb einer Grabstelle kann leicht eine große Differenz entstehen. Daher hilft nur eine Nachfrage beim Bestatter. Pauschalangebote, die immer wieder im Internet kursieren, sind oft reine Lockangebote und werden, sobald man einen Sonderwunsch hat, wesentlich teurer.
Wer zahlt, wenn kein Geld da ist?
Wenn eine Person ohne Angehörige verstirbt, keine Bestattungsvorsorge vorliegt und niemand die Bestattung in Auftrag gibt, ordnet das Ordnungsamt eine Bestattung von Amtswegen an. Dabei wird die einfachste Form der Bestattung gewählt, oft ohne Trauerfeier und mit der Beisetzung in einem anonymen Grab. Werden später Angehörige ausfindig gemacht, müssen diese den ausgelegten Betrag an das Ordnungsamt zurückzahlen. Sind Angehörige vorhanden, welche allerdings nicht die finanziellen Möglichkeiten haben die Kosten zu tragen, können diese bei ihrem zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Die Sozialämter sind dann verpflichtet die Bestattung vorzufinanzieren, bis die Prüfung der Vermögensverhältnisse abgeschlossen ist. Die Sozialämter halten sich jedoch oft nicht an geltende Gesetze und versuchen den Vorgang zu verschleppen, bis das Ordnungsamt einschreiten muss oder bis der Bestatter sich bereit erklärt, das Risiko selber zu tragen. Verläuft die Prüfung der Vermögensverhältnisse, die auch mal zwei Jahre dauern kann positiv, übernimmt das Amt die Kosten für eine einfach, ortsübliche, würdige Bestattung. Ist die Prüfung negativ, können sich alle Beteiligten darüber streiten, woher das Geld kommen soll.
Wenn das Sozialamt schon die Heimkosten bezahlt, zahlt es dann auch die Bestattung?
Nein, nicht zwingend. Angehörige sind nach dem BGB unterhaltspflichtig für ihre Verwandten. Um sie allerdings davor zu schützen, dass sie selber in Armut geraten, nur weil sie die Pflegekosten für einen Elternteil aufbringen müssen, hat der Gesetzgeber großzügige Freibeträge für sie eingerichtet. Reicht das Geld dann nicht aus, springen die Sozialämter ein. Im Gegensatz zu den ständig laufenden Unterhaltskosten, ist eine Bestattung jedoch ein einmaliger finanzieller Aufwand. Daher sind die Freibeträge, die der Gesetzgeber vorsieht, wesentlich niedriger, bevor ein Sozialamt die Kosten übernimmt. Kurz gesagt: Der Staat will nicht verantworten, dass eine junge Familie durch laufende Pflegekosten für die Eltern in Armut gerät, aber die Kosten für ein einmaliges Ereignis wie eine Bestattung können den Kindern durchaus zugemutet werden.
Kann ich mir aussuchen, auf welchem Friedhof ich beigesetzt werden möchte?
Nein. Man hat nur Anspruch auf eine Grabstelle an dem Ort, an dem man seinen gemeldeten Erstwohnsitz hat. Die Beisetzung in anderen Orten ist nur möglich, wenn dort bereits ein Familiengrab vorhanden ist, in dem man mit beigesetzt werden kann oder wenn ein Friedhof es aus freier Entscheidung erlaubt, weil er zum Beispiel zu viele freie Gräber hat.
Was ist die Ruhefrist und wie lang ist diese?
Die Ruhefrist ist die Laufzeit eines Grabes und diese ist von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich. Sie beträgt mindestens acht Jahre und kann bis zu 50 Jahre dauern. Durch Bodengutachten wird die Zeit festgelegt, in der im Normalfall vom Körper eines Verstorbenen auf dem jeweiligen Friedhof nur noch Gebeine vorhanden sind. Rechtlich ist in dieser Zeit das Öffnen der Grabstelle eine Störung der Totenruhe. Nach der Ruhefrist handelt es sich nur noch um Gebeine und in den meisten Friedhöfen kann diese Grabstelle dann wieder neu belegt werden. Für Urnen wird diese Frist in der Regel übernommen, um eine einheitliche Rechtsgrundlage zu schaffen. In den meisten Friedhöfen muss die Nutzung des Grabes für die gesamte Ruhefrist im Voraus bezahlt werden.
Was passiert nach der Ruhefrist?
Ist die Ruhefrist abgelaufen, haben die Angehörigen die Möglichkeit, das Grab für eine weitere Nutzungszeit zu erwerben. Wird die Grabstelle durch die Angehörigen aufgegeben, passiert in der Regel erst einmal nichts. Wird das Grab von einem anderen erworben und findet dort eine Bestattung statt, dann werden die vorhandenen Gebeine in der gleichen Grabstelle etwas tiefer beigesetzt. Wenn Urnen ausgegraben werden, dann finden diese in der Regel ihren Platz auf dem anonymen Urnenfeld des Friedhofs. Grundsätzlich bleiben jedoch alle menschlichen Überreste auf dem jeweiligen Friedhof.
Darf ich auch im Garten beerdigt werden?
Nein. In Deutschland gibt es einen Bestattungszwang. Er ist ehemals aus dem Schutz der Bevölkerung vor ansteckenden Krankheiten entstanden, der bis heute gültig ist. Obwohl bei Urnen diese Gefahr nicht zutrifft, werden alle menschlichen Überreste grundsätzlich gleichbehandelt. Der Hintergrund dieser Regelung ist auch, dass man es nicht möchte, dass menschliche Überreste irgendwann im Müll landen.
Eine Witwe möchte die Asche ihres Mannes vielleicht gerne auf dem Kamin haben. Doch was passiert, wenn sie verstirbt und keine Angehörigen mehr da sind? Ein Nachmieter wird sich sicher nicht um eine aufwändige Beisetzung und den Erwerb eines Grabes kümmern wollen.
Ähnlich ist es auch mit anderen Bestattungsformen wie der Diamantbestattung. Diese ist eine Umgehung deutscher Gesetze und eigentlich müsste der Diamant bei der Einfuhr nach Deutschland in einer Grabstelle beigesetzt werden, denn er besteht ja aus Teilen menschlicher Überreste und ist damit bestattungspflichtig.
Wenn man viel Geduld hat, kann man jedoch versuchen seinen Garten zum Friedhof erklären zu lassen. Unzählige Gutachten über Entwässerung und Bodenbeschaffenheit bis hin zu langwierigen Genehmigungsverfahren sind allerdings nötig, um einen eigenen Friedhof zu betreiben.
Werde ich bei einer Erdbestattung von Würmern gefressen?
Nein. In der Tiefe von etwa ein,- bis zwei Metern sind keine Würmer im Boden und diese fressen auch keine menschlichen Überreste. Maden werden oft mit Würmern verwechselt und sie sind eigentlich Fliegenlarven, die durch Fliegeneier auf den Körper kommen, wenn er längere Zeit ohne Kühlung gelegen hat. Der Mensch hat unzählige Mikroorganismen in sich, ohne die wir keine Nahrung verdauen könnten. Wenn der Mensch stirbt, beginnen diese Bakterien uns von innen zu zersetzen. Diesen Vorgang nennt man Autolyse und er ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass sich ein Verstorbener zersetzt.